aktualisiert am 8. Januar 2026
Änderungen 2026: Was sich in Deutschland wirklich verändert – Ihr umfassender Überblick
Stehen Sie auch vor der Frage, welche Änderungen 2026 auf Sie zukommen und wie diese Ihr Leben, Ihre Finanzen und Ihren Alltag beeinflussen werden? In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über die Neuerungen unter der Regierung Merz – von der steuerlichen Entlastung durch die Aktivrente bis hin zu neuen digitalen Pflichten für Unternehmen.
Das Wichtigste in Kürze
- Finanzielle Entlastungen: Der Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro, das Kindergeld wird auf 259 Euro monatlich angepasst.
- Aktivrente: Rentner im gesetzlichen Ruhestand können bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen.
- Mindestlohn: Anstieg auf 13,90 Euro pro Stunde ab dem 1. Januar 2026.
- Gastronomie: Die Mehrwertsteuer auf Speisen wird dauerhaft auf 7 Prozent gesenkt.
- Mobilität: Das Deutschlandticket kostet nun 63 Euro; Umtauschfrist für Führerscheine (Jahrgänge 1999–2001) endet im Januar.
- Sicherheit: Einführung des neuen Wehrdienst-Modells mit verpflichtendem Fragebogen für 18-Jährige.
Steuerliche Änderungen 2026: Entlastung der Mitte
Grundfreibetrag und Steuertarif
Die Steuerreform 2026 zielt darauf ab, die kalte Progression spürbar zu dämpfen. Der steuerliche Grundfreibetrag klettert auf 12.348 Euro (24.696 Euro für Verheiratete). Damit bleibt ein größerer Teil Ihres Einkommens komplett steuerfrei. Zudem wurde der Tarifverlauf angepasst, sodass der Spitzensteuersatz erst bei einem höheren zu versteuernden Einkommen greift, was Fachkräfte entlastet.
Familienförderung
Das Kindergeld steigt leicht auf 259 Euro pro Kind. Der steuerliche Kinderfreibetrag wird parallel dazu auf 6.828 Euro angehoben. Wie gewohnt führt das Finanzamt die „Günstigerprüfung“ durch, um zu ermitteln, ob für Sie das monatliche Kindergeld oder der jährliche Freibetrag vorteilhafter ist.
Pendlerpauschale
Ein wichtiges Signal für den ländlichen Raum: Die Entfernungspauschale wurde vereinheitlicht. Ab 2026 können 38 Cent ab dem ersten Kilometer geltend gemacht werden. Die bisherige Unterscheidung (30 Cent für die ersten 20 km) entfällt zur Vereinfachung des Steuerrechts.
Revolution in der Altersvorsorge: Die Aktivrente
Arbeiten im Ruhestand lohnt sich
Das Kernstück der Rentenreform 2026 ist die Aktivrente. Wer das gesetzliche Rentenalter erreicht hat (für den Jahrgang 1961 liegt dies 2026 bei 66 Jahren und 6 Monaten) und weiterarbeitet, profitiert von einer massiven Steuererleichterung:
- Steuerfrei: Bis zu 2.000 Euro monatlich des Zuverdienstes sind steuerfrei.
- Voraussetzung: Es muss sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung handeln (keine reinen Minijobs oder Selbstständigkeit im Grundmodell).
- Ziel: Fachkräftemangel bekämpfen und Erfahrungswissen im Arbeitsmarkt halten.
Frühstartrente (Generationenkapital)
Für nach 2020 geborene Kinder wird das Modell der staatlich geförderten Aktienrente („Frühstartrente“) weiter ausgebaut. Der Staat legt für diese Kinder monatliche Beträge in einen Fonds an, um die demografische Lücke der gesetzlichen Rente langfristig durch Kapitalerträge zu puffern.
Arbeitsmarkt: Mindestlohn und Transparenz
Mindestlohn erreicht 13,90 Euro
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro. Dies führt auch zu einer Anpassung der Minijob-Grenze auf 603 Euro monatlich. Arbeitnehmer in Branchen wie der Gebäudereinigung oder dem Dachdeckerhandwerk profitieren zudem von gestiegenen Branchenmindestlöhnen, die teils deutlich über 15 Euro liegen.
EU-Entgelttransparenzrichtlinie
Bis zum 7. Juni 2026 müssen Unternehmen die EU-Vorgaben zur Gehaltstransparenz umsetzen. Arbeitgeber sind verpflichtet, bei Stellenausschreibungen Gehaltsspannen anzugeben. Zudem haben Beschäftigte ein Recht zu erfahren, wie viel Kollegen für die gleiche Arbeit verdienen (nach Geschlechtern aufgeschlüsselt).
Sozialversicherung: Steigende Grenzen und Beiträge
Aufgrund der Lohnsteigerungen der Vorjahre steigen die Beitragsbemessungsgrenzen deutlich an. Gutverdiener müssen mit höheren Abgaben rechnen:
| Versicherung | Monatliche Grenze 2026 | Jährliche Grenze 2026 |
| Kranken- & Pflegeversicherung | 5.812,50 € | 69.750 € |
| Renten- & Arbeitslosenversicherung | 8.450,00 € | 101.400 € |
Der Zusatzbeitrag der Krankenkassen steigt im Durchschnitt auf 2,9 Prozent, da die Kosten im Gesundheitswesen durch die Krankenhausreform und teure neue Medikamente weiter zunehmen.
Mobilität und Digitalisierung
Deutschlandticket und Führerschein
- Preis: Das Deutschlandticket kostet nun 63 Euro pro Monat.
- Umtauschfrist: Wer zwischen 1999 und 2001 seinen Führerschein gemacht hat, muss diesen bis zum 19. Januar 2026 in das EU-Scheckkartenformat umtauschen.
- E-Auto-Förderung: Unter der neuen Regierung wurde ein Fokus auf steuerliche Vorteile für Dienstwagen und eine gezielte Förderung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur gelegt; direkte Kaufprämien für Privatpersonen bleiben jedoch an enge soziale Kriterien geknüpft.
Digitalisierung der Verwaltung (OZG 2.0)
Das Onlinezugangsgesetz tritt in eine neue Phase. Bis Ende 2026 sollen die wichtigsten Verwaltungsleistungen (Ummeldung, Elterngeld, Kfz-Zulassung) bundesweit voll digital und nach dem „Once-Only“-Prinzip (Daten müssen nur einmal übermittelt werden) funktionieren. Die „DeutschlandID“ wird zum zentralen Zugangsschlüssel.
Gesundheit und Verbraucherschutz
Krankenhausreform und ePA
Die Kliniklandschaft wird durch den 50 Milliarden Euro schweren Transformationsfonds umgestaltet. Spezialisierung ist das neue Motto: Kleine Kliniken werden teils in ambulante Zentren umgewandelt. Die elektronische Patientenakte (ePA) ist nun Standard („Opt-Out“), was die Kommunikation zwischen Haus- und Fachärzten durch digitale Medikationspläne verbessert.
Neue Verbraucherrechte
- Right to Repair: Hersteller von Elektrogeräten müssen ab Juli 2026 Ersatzteile länger vorhalten und Reparaturen zu angemessenen Preisen ermöglichen.
- Schufa-Transparenz: Der Zugang zum eigenen Score wird digital vereinfacht und die Kriterien der Berechnung werden durch neue Gerichtsurteile nachvollziehbarer gestaltet.
Was Sie jetzt tun sollten
- Lohnsteuerprüfung: Prüfen Sie, ob Sie durch die Aktivrente oder die neue Pendlerpauschale Ihre Steuerlast senken können.
- Führerschein-Check: Gehören Sie zu den Jahrgängen 1999–2001? Dann vereinbaren Sie zeitnah einen Termin beim Bürgeramt.
- Krankenkassenvergleich: Aufgrund des steigenden Zusatzbeitrags lohnt sich ein Wechsel zu einer günstigeren Kasse mehr denn je.
- Unternehmen: Prüfen Sie die Einhaltung der EU-KI-Verordnung (wirksam ab August 2026), falls Sie KI-Systeme im Betrieb nutzen.
Fazit
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt hin zu mehr Eigenverantwortung und digitaler Effizienz. Während die Belastungen in der Sozialversicherung steigen, bieten die Aktivrente und die Steuerentlastungen neue Spielräume für Arbeitnehmer und Senioren.
Möchten Sie, dass ich für Sie berechne, wie hoch Ihre persönliche Entlastung durch den neuen Grundfreibetrag und die Pendlerpauschale im Vergleich zu 2025 ausfällt?


