aktualisiert am 26. Januar 2026
Kornwestheim im Ausnahmezustand: Tausende Narren erobern die Straßen
Am 1. Februar 2026 verwandelt sich Kornwestheim in eine närrische Hochburg: Hexen, Teufel und Brauchtumsgestalten ziehen ab 13:11 Uhr vom Marktplatz durch die Stadt. Was Besucher beim großen Fasnetsumzug erwartet.
Der Duft von Bratwurst und gebrannten Mandeln liegt in der Luft, während sich auf dem Marktplatz bereits ab 11:00 Uhr die ersten Narrengruppen sammeln. Guggenmusik dröhnt aus allen Ecken, Holzmasken klappern im Takt – Kornwestheim steht vor seinem jährlichen Höhepunkt der fünften Jahreszeit.
Auf einen Blick:
- Datum: Sonntag, 1. Februar 2026
- Start: 13:11 Uhr am Marktplatz
- Route: Route: Marktplatz → Jakob-Sigle-Platz → Beethovenstraße → Stotzstraße → Johannesstraße → Zeppelinstraße → Ludwig-Herr-Straße (Auflösung am Park)
- Rahmenprogramm: Ab 11:00 Uhr Bewirtung am Marktplatz
- Teilnehmer: 58 Gruppen, ca. 1.200 Hästräger
Über 1.200 Hästräger verwandeln die Stadt
Wenn am Sonntag, 1. Februar, pünktlich um 13:11 Uhr der Startschuss fällt, setzen sich fast 60 Gruppen mit rund 1.200 Hästrägern in Bewegung. Der vom Ausschuss Kornwestheimer Fasnet e.V. (AKF) organisierte Umzug führt vom Marktplatz über den Jakob-Sigle-Platz, die Beethovenstraße, Stotzstraße und Johannesstraße zur Zeppelinstraße, ehe sich der bunte Lindwurm in der Ludwig-Herr-Straße am Beginn des Parks auflöst.
Die Vielfalt der teilnehmenden Zünfte spiegelt die lebendige Fasnets-Tradition der Region wider: Die Freie Narrenzunft präsentiert ihre charakteristischen Kornweible – eine Hommage an Kornwestheims historische Bedeutung als „Kornkammer“ – sowie die gefürchteten Krähen-Hexen. Die Narren-Ober-Liga (NOL) schickt ihre wilden Rombala Hexen ins Rennen, während die Fasnetzunft mit Garden und weiteren Brauchtumsgestalten aufwartet.
Zwischen Brauchtum und Schabernack
Was den Kornwestheimer Umzug besonders macht, ist die authentische Mischung aus Tradition und ausgelassener Stimmung. Während die Holzmasken träger in ihren jahrhundertealten Kostümen die schwäbisch-alemannische Fastnachtstradition – bei einigen Zünften sogar als Immaterielles Kulturerbe anerkannt – hochhalten, sorgen Hexen bei den Zuschauern für närrischen Schabernack. Schnürsenkel werden gelöst, Konfetti fliegt, und wer nicht aufpasst, findet sich plötzlich inmitten einer tanzenden Narrengruppe wieder.
Entlang der Strecke erklären drei Sprecherstellen die einzelnen Gruppen und ihre Besonderheiten. Der klassische Ruf „Narri-Narro!“ hallt durch die Straßen, während die Guggenmusik mit ihren schrägen Klängen selbst die letzten Wintermüden aus ihren Häusern lockt.
Nach dem Rathaussturm kommt der große Umzug
Der Fasnetsumzug bildet traditionell den Höhepunkt eines närrischen Wochenendes. Bereits am Vortag haben die Narren beim Rathaussturm symbolisch den Schlüssel der Stadt vom Oberbürgermeister gefordert – ein Ritual, das die vorübergehende „Machtübernahme“ der Fasnachter zelebriert.
Praktische Hinweise für Besucher
Die Stuttgarter Straße wird für die Dauer des Umzugs gesperrt. Besucher sollten mit Parkplatz-Engpässen rechnen und rechtzeitig anreisen. Bereits ab 11:00 Uhr locken Foodtrucks und Zeltbetrieb auf dem Marktplatz mit Bewirtung.
Ein wichtiger Appell der Veranstalter: Der Umzug finanziert sich maßgeblich durch den Verkauf von Plaketten und Pins, die für etwa 3 Euro erhältlich sind. Wer eine der begehrten Anstecknadeln erwirbt, unterstützt nicht nur die Organisation, sondern trägt auch ein Stück Kornwestheimer Fasnetsgeschichte mit nach Hause.
Narri-Narro!


