aktualisiert am 15. April 2026
Blitzermarathon 2026 in Ludwigsburg: Was Autofahrer jetzt wissen müssen
Im Rahmen der jährlich durchgeführten Speedweek werden im April und August auf Europas Straßen vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Die Frühjahrsaktion findet in diesem Jahr zwischen dem 13. und 19. April 2026 statt. Der Höhepunkt der Aktion im Kreis Ludwigsburg ist am Mittwoch, dem 15. April zu erwarten. Die großangelegte Aktion verlangt von Kraftfahrern erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Blitzer werden besonders an unfallträchtigen Streckenabschnitten und Schulen, Altenheimen, Krankenhäusern oder anderen Gebieten mit erhöhter Gefährdungslage aufgestellt.
Warum wird der Blitzermarathon durchgeführt?
Wenn Sie in der zweiten Aprilwoche auf Ludwigsburgs Straßen unterwegs sind, sollten Sie den Tacho nicht aus den Augen lassen. Der Blitzermarathon ist ein Teil der europaweit durchgeführten Speedweek. Die Aktion wird vom European Roads Network (ROADPOL) organisiert. Dem ROADPOL gehören Verkehrspolizeien aus 31 Ländern Europas an.
Der Blitzermarathon mit seinen Aktionen im Frühling und Sommer möchte Kraftfahrer für die Gefahren von Geschwindigkeitsüberschreitungen sensibilisieren und dazu beitragen, durch Geschwindigkeitskontrollen die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die geltenden Tempolimits rücken während der Aktionstage verstärkt in den Fokus.
Ludwigsburg geht seit einigen Monaten verstärkt mit mobilen Blitzern gegen Raser vor. Nachdem es vor einem Jahr auf der Schwieberdinger Straße zu einem tragischen Raserunfall gekommen war, hat sich die Stadt für die Aufstockung mobiler Messanlagen für die Geschwindigkeitsüberwachung entschieden. Im März vergangenen Jahres raste ein Sportwagen mit Tempo 150 in den Kleinwagen zweier Frauen, die verstarben. Dem haben vor wenigen Tagen 200 Menschen mit einer Mahnwache gedacht.
Der regelmäßige Einsatz von mobilen Blitzern ist den Ludwigsburger Einwohnern vertraut. Die Stadt hat ein umfassendes Konzept zur Erhöhung der Verkehrssicherheit erarbeitet. Ein priorisierter Standort ist beispielsweise der in Ludwigsburg-West gelegene Römerhügelweg, wo sich Autofahrer an ein Tempolimit von 30 km/h halten müssen.
Während Bayern Autofahrern im Vorfeld verrät, wo sie während der Speedweek den Fuß vom Gas nehmen müssen, stellt Baden-Württemberg keine Informationen bereit. Damit soll die Effektivität der Geschwindigkeitskontrollen erhöht werden.
Was passiert nach dem Blitzermarathon?
Wenn Sie während des Blitzermarathons in eine Radarfalle geraten, erwarten Sie die üblichen Sanktionen, die Rasern auf deutschen Straßen auferlegt werden. Sie müssen folglich mit Bußgeldern, Punkten in Flensburg oder Fahrverboten rechnen.
Landet ein Bußgeldbescheid im Briefkasten, ist der Ärger groß. Bewahren Sie zunächst die Ruhe und prüfen einige wichtige Aspekte, bevor Sie darüber nachdenken, Einspruch gegen die Sanktion einzulegen.
Wichtig sind folgende Punkte:
- Einhaltung der Zwei-Wochen-Frist
- Eindeutige Identifikation des Fahrers auf dem Foto
- Drohen durch die Sanktion Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot
Lässt sich die Person am Steuer nur schwer oder gar nicht erkennen, kann sich ein Einspruch lohnen. Ist durch die Sanktion der Führerschein in Gefahr, lohnt sich ein Einspruch besonders. Gute Karten haben Sie auch, wenn Sie im Besitz einer Verkehrsrechtsschutzversicherung sind. Dann können Sie sich gegen fehlerhafte Bußgeldbescheide zur Wehr setzen, ohne ein Kostenrisiko einzugehen.
Was mache ich, wenn ich geblitzt wurde?
Nach dem Blitzermarathon trifft Kraftfahrer nicht selten die Ernüchterung in Form eines Bußgeldbescheides. Zahlen Sie nicht blind oder vorschnell. Lassen Sie stattdessen den Bescheid prüfen.
Dabei erweisen sich die in Ludwigsburg verwendeten mobilen Geräte als besonders anfällig. Ein falscher Aufstellwinkel beim oft hektischen Aufbau kann die Werte verfälschen. Auch fehlende Testfotos vor Beginn der Messung bergen häufige Fehlerquellen. Gute Angriffsflächen für einen Einspruch bieten auch Verwaltungsfehler. So können die eingesetzten Beamten häufig keine entsprechenden Schulungsnachweise erbringen oder die Eichprotokolle der Geräte weisen Lücken auf.
Neben Ungenauigkeiten bei der Messung oder Fehlern bei der Bedienung kann auch der Abstand zwischen Messgerät und dem Verkehrsschild zur Geschwindigkeitsbegrenzung eine Rolle spielen. Mathias Voigt (Rechtsanwalt für Verkehrsrecht) beleuchtet in einem Interview die technischen Fallstricke bei Geschwindigkeitskontrollen. Ein häufig unterschätzter Aspekt ist dabei – neben Fehlbedienungen und Messtoleranzen – die Einhaltung der vorgeschriebenen Distanz zwischen dem Blitzer und dem jeweiligen Tempolimit-Schild.
Wo ist die Bußgeldstelle in Ludwigsburg?
Möchten Sie Akteneinsicht in Bußgeldverfahren nehmen und Einspruch gegen Ihren Bußgeldbescheid erheben, müssen Sie sich an die Bußgeldstelle Ludwigsburg wenden. Die Einrichtung befindet sich in der Mathildenstraße 29–31 und ist dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Stadt Ludwigsburg untergeordnet.
Die Bußgeldstelle hat montags bis freitags zwischen 8:00 und 12:00 Uhr geöffnet. Donnerstags kann die Bußgeldstelle auch von 14:00 bis 17:30 Uhr aufgesucht werden.
Tipps für die Speedweek 2026
Damit Sie in diesem Jahr gut durch den Blitzermarathon kommen, beachten Sie die geltenden Tempolimits und richten Ihre Geschwindigkeit dementsprechend aus. In Gefahrenbereichen oder an Baustellen sind besondere Hinweisschilder aufgestellt. Beachten Sie die Angaben auf diesen speziellen Hinweisschildern und passen Sie die Geschwindigkeit entsprechend an.
Wichtige Hinweise für Kraftfahrer während des Blitzermarathons:
- Einhalten der vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit
- Beachten der aufgestellten Hinweisschilder
- Anpassung der Geschwindigkeit
- Abstand zum Vordermann halten
- Gefahrenbereiche mit erhöhter Vorsicht befahren
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf mobile Blitzer. Diese sind oft in unscheinbar erscheinenden Fahrzeugen versteckt. Fahren Sie vorausschauend und passen das Tempo den Wetterbedingungen und den Straßenverhältnissen an.


